Zentralexekutive Fähigkeiten – Vertiefung!

Sie haben Teil I bestimmt schon gelesen und möchte jetzt endlich wissen, worum es sich bei diesen Fähigkeiten handelt? Na dann:

Zentralexekutive Fähigkeiten sind unter anderem für die Planung, Organisation, Selbstkontrolle und Problemlösung zuständig. Sie ermöglichen der Person, Informationen zu verarbeiten, sich zu konzentrieren und effektiv zu lernen. Je weniger diese Fähigkeiten bei einer Person entwickelt sind, desto schwieriger ist das Lernen im allgemeinen Sinn. Für Kinder sind vier Schlüsselfähigkeiten im Fokus:

  1. Arbeitsgedächtnis: Die Fähigkeit, Informationen über kurze Zeiträume hinweg zu speichern und zu verarbeiten.
  2. Aufmerksamkeit: Die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Ablenkungen zu minimieren.
  3. Inhibition: Die Fähigkeit, Impulse zu kontrollieren und unangemessenes Verhalten zu verhindern.
  4. Flexibilität: Die Fähigkeit, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und verschiedene Herangehensweisen zu nutzen.

„Aber Jack, das ist alles viel zu theoretisch!“ Recht haben Sie. Hier folgen also ein paar konkrete Beispiele aus dem Alltag:

  • Multi-Schritt-Anweisungen folgen: Die Schritte werden im Arbeitsgedächtnis gespeichert, bis die Ausgabe fertig ist. Die Überlebensdauer der Information im Arbeitsgedächtnis ist sehr kurz – wenn die Aufgabe zu lange dauert, zum Beispiel weil die Aufmerksamkeit fehlt und die Person abgelenkt wird, scheitert die Aufgabe teilweise oder ganz.
  • Nicht-bevorzugte Tätigkeiten durchführen: Die Hausaufgaben sollten vor dem Spielen erledigt werden – das ist eine bekannte Faustregel. Für Menschen mit wenig ausgeprägter Inhibition wird das aber schwer. Aber nur so kommen wir voran: es muss gelernt werden, bevor wir vom Gelernten profitieren können. Es muss erst trainiert werden, bevor die
    Muskel stärker wird. Zuerst wird gearbeitet, danach kann man die wohlverdiente Freizeit genießen.
  • Problemlösung: Ein neues Problem ragt hervor. Wir setzen unsere Aufmerksamkeit ein, um jedes Detail aufzunehmen. Das Wichtigste wird im Arbeitsgedächtnis kurzzeitig gespeichert, um das Problem zu verarbeiten. Es ist schwer; wir würden lieber spazieren gehen – die
    Inhibition schlägt ein, damit wir bei der Aufgabe bleiben. Die erste Lösung funktioniert nicht. Dank unserer mentalen Flexibilität, verwerfen wir diese und entwickeln immer neue Lösungen, bis eine funktioniert – und weil wir kognitiv flexibel sind, können wir diese Lösung auch an neuen Situationen anpassen.

Sehen Sie langsam den Grund dahinter, warum ich den Unterschied zwischen zentralexekutiven Fähigkeiten und schulischen Fähigkeiten verdeutlichen möchte? Nächstes mal gehe ich noch genauer darauf ein!

2 responses to “Zentralexekutive Fähigkeiten – Vertiefung!”

  1. […] Sie schon Teil I und Teil II gelesen? OK, dann […]

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  2. […] …und was das heißt, erfahren Sie noch – bleiben Sie dabei! […]

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